Hervorgehoben

The Fast, the furious und ein Haufen fahrender Schrott

Ta,ta! Endlich Zeit sich meinem Lieblingsthema zu widmen. Da dieses Thema akribische Recherche verlangte, ist die Zeitspanne vom letzten Blog zu diesem doch recht groß. Aber, das warten hat sich gelohnt. Hier nun die Auswertung der gesammelten Fakten: Detroit Area erfüllt das Klischee der Pick-up-fahrenden Amerikaner zu 100%. Die vielen ansässigen Automobilhersteller und die daraus resultierende große Menge an „Richie richs“ sorgen für eine abwechslungsreiche Mischung an Autotypen- und marken. In anderen Bundesstaaten Bsp.: Kentucky findet man mehr japanische Marken. Folgende Einteilung haben mein Sohn und ich erstellt (sortiert nach Anzahl, beginnend mit den Meisten)

  1. SUV’s und Van’s
  1. Monster Trucks und Pickups
  1. Nobelkarosse
  1. Schrotthaufen
  1. Europäische und asiatische Mittelklassewagen

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99. Elektroautos

Platz 1: Nirgendwo in den USA werden so viele SUV’s verkauft, wie in der Detroit Area. Beliebteste Karre: Ford Escape. Liegt aber daran, dass Ford aus Detroit kommt und der größte Arbeitgeber der Region ist. Nichts gegen Ford, aber meine Devise seit meiner Fahrschulzeit (Ford Escort) : „Fährste mit nem Ford fort, kommste mit der Bahn zurück.“ Sorry, aber der einzig wahre Ford ist dieses Schätzchen.

Mustang Shelby GT Bj. 1969

Das beliebteste Mutti-Auto in unserer Region ist der Cadillac Escalade. Schwarz, komplett verdunkelte Scheiben und ne Blondine in Leggings und Aviator-Sonnenbrille. Ich fühle mich ein bisschen wie bei den Desperate Housewife’s. Leggings trage ich mittlerweile auch, nur leider steht mir die Art von Sonnenbrille so gar nicht.

Platz 2: Wer in Deutschland einen Monster Truck sehen möchte, muss sich zu Shows begeben, die man gerne mal auf dem Parkplatz eines Möbelhauses findet. Auch hier stehen Monster Trucks auf dem Parkplatz, jedoch nicht zu Showzwecken, sondern weil man sie hier ganz legal auf der Straße fahren kann.

Und wie bei vielen Dingen „Made in USA“ war auch bei den Pickups der Erfindergedanke erstmal die gewerbliche Nutzung , bis dann in den 1950igern der In-Gedanke entstand.

Platz 3: „Wow, OMG, krasse Karre, Mega, will ich auch haben“ sind die Worte, die in unserem VW Tiguan seit gut 3 Wochen jeden Tag fallen, wenn wir durch unseren Ort fahren. Es ist als hätte sich Bloomfield Hills in „Little Monaco“ verwandelt, nur ohne Formel 1. Ferrari, Lamborghini, Bentley, Pagani, Aston Martin, Königsegg, McLaren, Porsche und so mancher Oldtimer, der bei uns im Museum steht, werden hier unter dem Motto: sehen und gesehen werden, gefahren.

ABER!!! Mein heimlicher Favorit ist Platz 4: und wieder: Oh mein Gott!!! So etwas habe ich wirklich noch nie erlebt, nicht mal in Polen. Den Begriff „schrottreif“ kennen die Amerikaner garnicht. Warum auch??? Hauptsache das Auto fährt und außerdem gibt es ja Panzertape, Klebeband und Spanngummis.

Und solche Schätzchen werden für viel Geld noch verkauft. EIGENTLICH gibt es auch in Michigan eine gesetzliche Regelung in welchem Zustand ein Auto sicher auf der Straße fahren darf. EIGENTLICH. Da der Michigan Vehicle Code von 1949, 300 Seiten in gefühlter Schriftgröße 6 groß ist, haben die Amis ihre eigene Lösung gefunden. Man stelle sich folgende Fragen.

Can I drive my car after an accident? 5 questions to answer ‚yes‘ to before driving your car after an accident.

  1. Are your headlights and tail lights functioning properly?
  2. Are your side mirrors intact?

  3. Are there any leaking liquids?
  4. Are your wheels properly aligned?
  5. Is your hood able to buckle and lock closed?

Kann nur eine Frage nicht mit „ja“ beantwortet werden, sollte man nicht fahren. Können alle alle 5 Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, kommt nun die persönliche Entscheidung: fahre ich noch oder nicht? Und wie entscheiden wohl die meisten Amis?

So!!! Oder so! Sie fahren. Und wie…

Platz 5: Diesen Platz teilen sich BMW, Daimler, VW und eine breite Palette an asiatischen Modellen. Und irgendwie wird auch hier das deutsche Klischee (oder meines) erfüllt: Daimler fahren hier die alten Mamis and Daddys, BMW die arabisch-stämmigen Männer und VW, insbesondere ihr heiß geliebter Jetta, die Jugend. „Better Getta Jetta“! Anders als in Deutschland, wo der Jetta immer noch mit behäkelten Klorollen auf der Hutablage verbunden wird, ist der Jetta in den USA ein absoluter Bestseller. Und wenn das junge Gemüse keinen VW fährt, dann ist es ein Subaru Impreza WRX. So ein Rallye Wagen ist natürlich sagenhaft gut geeignet für die Straßen in Michigan.

Platz 99: Wer Elektroautos sehen möchte, muss nach Californian fahren. In Michigan ist diese Autospezies so selten, wie eine Krankenschwester auf ner Simson Schwalbe. Aber den einen oder anderen Tesla oder Chevy Volt sieht man doch. Im Schneckentempo auf der Interstate, auf der Suche nach einer Ladestation.

Und weil die Suche nach Ladestationen so belastend für die Amis ist und die Gallone (3,87 L) Benzin nur 2,50$ kostet, hat man Freitag Abend so richtig Nordschleifenfeeling auf der Woodward Avenue in Birmingham.

Abschließend noch ein bisschen Patriotismus – im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kann man seine Fahnenstange schon mal mit sich rumfahren.

Bye, Bye! Bis bald. Eure Heinrichs

Typisch Michigander Part IV

“Junger Vadder, bist du faul!” (Kommentar meines Mannes, auf die Feststellung, dass der letzte Blogeintrag schon 2 Jahre her ist) Ich muss sagen: recht hat er! Denn, kann mir mal einer erklären, warum es mir so schwer fällt kontinuierlich an meinem Blog zu arbeiten? Dabei habe ich echt Spaß an der ganzen Sache und komme erst richtig in Schwung, wenn ich erst einmal angefangen habe zu schreiben. Eigentlich weiß ich an was es liegt: meine Faulheit oder „Aufschieberitis“ und ich bin Meister im Verschieben von Dingen, die eigentlich schnell erledigt wären, wenn man sie denn mal angeht. Zum Glück finde lCH immer einen Verschiebungsgrund: mein Hund muss raus, das Unkraut im Blumenbeet sprießt und muss dringend beseitigt werden, Schnee schieben (liebe ich), Staub saugen (liebe ich), Rasen mähen (liebte ich, bis mein Mann ein Rasenmäher-GoKart gekauft hat.) Hundetraining, draußen sitzen und Leute beobachten und noch vieles mehr. So, nun sind auch die letzten Zweifel ausgeräumt, dass Hausfrauen nichts zu tun haben und den ganzen Tag Kaffee schlürfen und sich mit anderen Hausfrauen/Hausmännern treffen. Was wirklich interessant ist, ist die Tatsache, dass hier in den USA das Klischee von Kaffee schlürfenden Frauengruppen , die mit Joggingklamotten durch den Park schweben und ihren Becher halten als würden sie eine explosive Einheit tragen, die pure Realität sind. Die Männer dagegen schwören auf ein großes Kaltgetränk mit einem halben Eisberg im Becher. Die Michigander nennen das dann ganz einfach „Pop“ und es bezeichnet jedes, mit Kohlensäure versetzte, Kaltgetränk, egal ob mit oder ohne Geschmack. Fazit: Cola=Pop und Soda=Pop ABER Bier=beer.

Jedes Mal, wenn ein Michigander in einem Diner “a pop” bestellt, bin ich mit meinen Gedanken sofort in meiner Jugend und trällere, zum Elend meiner Familie, das Jingle von Ricky’s Popsofa mit Anke Engelke. Pop, pop, pop, Pop-Sofa! Bang! Flashback!!! Von allen Seiten kommt sofort: oh ne Mama, du bist echt peinlich! Noch vorwurfsvoller klingt es tatsächlich in American Englisch, wenn dir deine Kinder direkt auf den Kopf zusagen: “That’s really embarrassing MOM (/maHm/ phonetische Ausprache)!” Dabei wird das Wort Mom natürlich schön in der Tonlage nach oben geschraubt, sodass MaHM weiß, dass es extra peinlich war.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Michigander sagen „Pop“ zu kohlensäurehaltigen Kaltgetränken. Und wer hat’s erfunden? Nein, es waren mal nicht die Schweizer, sondern zwei russische Immigranten namens Ben und Perry Feigenson, die ihren Getränken den Spitznamen „Pop“ gaben, wegen des leicht knallenden Geräusches beim Öffnen einer ihrer Flaschen. Und warum hat’s geknallt? Ich weiß genau, an was ihr jetzt denkt: Bügelverschluss! Leider muss ich euch enttäuschen, denn der Bügelverschluss war nur für Bierflaschen und daher führten die Brüder Feigenson die sogannten “Twist-Caps”, in deutsch drehbarer Kronkorken oder auch Kronkorken mit Gewinde, ein. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie aus zwei kurzen amerikanischen Wörtern nach der Übersetzung zwei lange unaussprechbare deutsche Wörter entstehen.

Ich glaube nicht, dass die Brüder damals wussten, dass sie mit ihrer Namensgebung eine bis heute andauernde Kontroverse names „The Great Pop vs Soda Controversy“ in Gang gesetzt haben.

Thanks to the author of the book “Speaking American” – A Visual Guide by Josh Katz

Im Inter-Netz gibt es tatsächlich eine laufende Umfrage, bei der eingetragen werden kann, wo kommst du her und wie nennst du dein Getränk.

Haben wir wieder was gelernt! Das war‘s schon wieder von mir. Wünsche oder Fragen – immer her damit.

Bis bald, bye bye Eure Heinrich’s

Typisch Michigander Part III

Sorry für die Verspätung. Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Beitrag über Ostern kommen, aber irgendwie will das Universum das nicht. Vorletztes Jahr fiel Ostern buchstäblich ins Wasser, da es aus Eimern schüttete und aus dem Eiertrudeln*, Eier-Schlammcatchen wurde. Prinzipiell hätte ich ja nichts gegen Schlammcatchen, nur 10 Grad waren mir dann doch zu kalt. Im letzten Jahr (das verfluchte Jahr 2020) fielen die Ostertraditionen dem Corona-Virus zum Opfer und auch in diesem Jahr fanden Osteraktionen nur mit vorheriger Online-Anmeldung statt. Wer Familie Heinrich kennt, der weiß, dass Pläne nicht so unser Ding sind. Wir wissen doch am Abend vorher noch nicht, ob wir am nächsten Tag Bock auf Eiertrudeln haben!!! Na jut, dann bestellen wir hier mal beim Universum ein traditionell-amerikanisches Ostern für 2022, mit Paraden, Eiertrudeln und gaaaanz vielen Süßigkeiten. Etwas positives kann ich allerdings aus dem Schmalspur-Ostern ziehen: Lindt Schokohasen sind nach Ostern im Überfluss für weniger als einen Dollar zu bekommen (vorher $5). Das ist im Übrigen nicht schwäbisch, das nennt sich das „Sparsamkeits-Gen in 3. Generation“.

Thema-Wechsel! Heute gibt es von mir wieder eine kurze, aber hochinteressante Eingabe. Diese wurde 1967 im Michigan Department of Transportation (MDOT) – Verkehrsministerium entwickelt, da das Verkehrsaufkommen in den 60ern auf den sogenannten „Super-Highways“ so stark zugenommen hatte, dass es vermehrt zu Unfällen kam. Die heutigen Interstates, vergleichbar mit unseren Autobahnen, waren noch nicht gebaut und eine Lösung musste her. Also erfanden clevere Ingenieure das „Michigan Left“ oder Median U-Turn, übersetzt das Michigan Links. Für ein besseres Verständnis habe ich mich künstlerisch betätigt und die Lösung auf Papier gebracht.

Und? Verstanden? Auf der Seite des MDOT habe ich ein sensationelles Foto gefunden, welches mein Gemälde in der Realität darstellt.

Das dazu passende Verkehrsschild, was den U-Turn anzeigt habe ich natürlich auch für euch – danke an meinen Fotografen Jacob für diese herrliche Aufnahme.

Fragt man einen Michigander, ob er das Michigan Left erklären könnte, dann kommt es ganz darauf an, ob du auf einen Kritiker oder Liebhaber des Systems gestoßen bist. Ja sicher, es ist gewöhnungsbedürftig, aber die Zahl der Linksabbieger Unfälle sind deutlich zurückgegangen und von meinen Kindern habe ich gelernt, du kannst nicht „ge-T-boned“ werden. Mit viel Fantasie kann ich das T-Bone Steak erkennen, wenn mir ein anderes Auto voll in die Seite fährt. Bei uns in Deutschland heißt das ganz schnöde: Seitenkollision. Das Michigan Left ist in den USA so berühmt, dass mittlerweile 5 andere Bundesstaaten das System übernommen haben und auch in Australien und Mexico haben sich Städte dieser Erfindung bedient. Es gibt natürlich auch Bundesstaaten, die sich ein eigenes System überlegt haben. Falls jemand von euch auch solche Fragen hat, wie: „Funktioniert das Michigan Left auch im Winter ohne viele Unfälle?“Oder: „Was machen denn die Menschen aus anderen Bundesstaaten, die das nicht kennen?“, der findet die Antworten auf diese Fragen und noch viele weitere auf der Internetseite des MDOT (Verkehrsministerium). Aber Spaß beiseite, wir wissen doch alle, wie wichtig eine detaillierte Beschreibung eines Systems oder eines Gegenstands in den USA ist, denn sonst verschwindet mal schnell die nasse Katze zum Trocknen in der Mikrowelle.

Das war‘s schon wieder von mir. Wünsche oder Fragen – immer her damit.

Bis bald, bye bye Eure Heinrichs

Das Sternchen * ist eine Übersetzungshilfe: Eiertrudeln – brandenburgisch, Eiertrullern – ostfriesisch, für Schwaben und Badener heißt das Eierhetzeln und wer hat`s erfunden? Die Sorben!

Typisch Michigander Part II

Hello again! Ha! Erwischt! Ich wette, die meisten von euch haben sofort an Howie gedacht, die gebrochen deutsch singende Fönfrisur. Ich verzeihe euch diesen Faux pas. Themenwechsel. Michigan! Alles Gute nachträglich zum 184. Geburtstag. Ich habe natürlich ein schlechtes Gewissen, dass ich dies die letzten 2 Jahre vergessen habe. Kalendereintrag: 26. Januar 1837! Nachdem das nun erledigt ist, kann ich über ein neues Thema in der Rubrik “Typisch Michigander” berichten, welches hier in Michigan einen hohen Stellenwert besitzt.

DAS WETTER!

Jetzt denkt ihr bestimmt: Ist dieses Thema nicht überall auf der Welt wichtig? Auf jeden Fall, aber die Michigander sind da ein “bisschen” speziell. Was ich nach fast 2 Jahren Wettererfahrung völlig verstehen kann. Denn eines ist sicher, die Wettervorhersage für Michigan stimmt NIE und daran kann auch Punxsutawney Phil, ein Murmeltier aus Philadelphia, nichts ändern. In diesem Jahr hat Phil seinen Schatten nicht gesehen und somit gibt es weitere sechs Wochen Winter. Da denkt sich jeder Michigander: “HÄ? Sechs Wochen? Wir haben noch weitere acht Wochen Winter! Mindestens! und außerdem kann man Phil und seinen Dorfältesten sowieso nicht trauen.” Wer sich für dieses “tierquälende” Ereignis (meine Meinung – wer weckt schon süße, haarige Tierchen aus ihrem Winterschlaf) am 2. Februar jeden Jahres interessiert, der kann sich auf folgender Webseite www.groundhog.org belesen oder schaut den Film mit Bill Murray “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Michigander sind ein robustes Völkchen. Das müssen sie auch sein, denn mit den ständigen Wetterwechseln im Sommer und den eisigen Temperaturen im Winter muss man erstmal klar kommen. Der wahre Michigander lebt nach dem Sprichwort: “Das Wetter kann Rekorde brechen, aber es bricht keinen Michigander.” und dabei hilft in hohem Maße, sich über das Wetter aufzuregen. Mit Meckern kennen wir Deutschen uns ja aus und während wir noch meckern, haben die Amerikaner eine detaillierte Lösung parat, die den sogenannten Zwiebellook einfach und anschaulich erklärt.

Falls es einen von euch mal im Winter nach Michigan verschlägt, hier noch ein paar Tipps und Tricks, die es dem Michigander leichter machen durch den Winter zukommen.

  1. Hab Freude am Schneeschieben! Denn wenn du denkst, du hast es geschafft, beginnt es sofort wieder an zu schneien, sowie du fertig bist.
  2. Fahre an einen der großen Seen! Es gibt nichts beeindruckenderes als gefrorene Wellen und riesige Eiskristalle auf dem Wasser.
  3. Fülle deinen Vorratsschrank vor Beginn des Winters! Wenn der Blizzard erstmal angesagt ist, bricht das große Chaos in den Supermärkten aus.
  4. Hab ein Winterhobby. Ob Schlittschuhlaufen, Skifahren, Eisangeln, Schneemobil fahren oder Schneeskulpturen bauen. Die Michigander können mindestens zwei Dinge davon.

Für diejenigen, die den Winter so sehr hassen, aber Eis und Salz lieben, bleibt nur noch der heißgeliebte Margarita Cocktail und der kann dann entweder in Michigan, Florida oder im Wohnmobil in Arizona getrunken werden. Für die wahren Michigander ist die Flucht im Winter in die Wärme ein Verrat am eigenen Land und ist nur ganz schwer zu verzeihen.

So, das war Part II von “Typisch Michigander”. Part III folgt demnächst. Seid gespannt! Bei uns hat es gerade wieder angefangen zu schneien, und ich bin schwer beschäftigt mit Schnee schieben. In diesem Sinne:

Bye, bye! Bis bald Eure Heinrichs

Von Eseln und Elefanten

Der Countdown läuft! Am Dienstag den 3. November ist es soweit. Wahltag! 2020 war von Beginn an ein total verrücktes Jahr und das liegt nicht nur an den Tweets und Handlungen der derzeitigen Bewohner des Weißen Hauses. Ehe ich dahinter gestiegen war, wie das Wahlsystem in den USA überhaupt funktioniert, war das Wahljahr schon voll im Gange. Aber, ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es gut oder schlecht finde. Zumindest ist es überschaubarer was die Parteienlandschaft angeht. Es gibt nur zwei Parteien, Demokraten und Republikaner. Oder auch Esel und Elefanten. Oder auch blau und rot. Irgendwie praktisch, wenn ich mir die schwierigen politischen Begriffe nicht merken kann, weiß ich wenigstens ob ich lieber Esel an der Macht haben will oder Elefanten. Interessiere ich mich weder für Politik noch für Tiere, dann kann ich mich für eine Lieblingsfarbe entscheiden: blau oder rot. Hier nochmal eine Veranschaulichung:

Viele Amerikaner sind allerdings unabhängig und sind in keiner der beiden Parteien Mitglieder. Natürlich gibt es auch Anhänger der jeweiligen Parteien die sich ganz und gar dem Leben ihrer Partei verschrieben haben. Also, einmal Elefant immer Elefant oder einmal Esel immer Esel. Dann gibt es noch die Wähler, die ihre Entscheidung am Kandidaten fest machen. Das kann auch mal nach hinten losgehen! Aber zum Glück sind die Wahlen alle vier Jahre und das Übel könnte dann wieder korrigiert werden. Leider ist dieses Übel in diesem Jahr besonders groß und ist in den letzten vier Jahren wie ein Elefant im Porzellanladen durch die Welt gestapft. Da kann es dann schon passieren, dass ein großes Twitter Gewitter über die USA zieht und der Dow Jones ins bodenlose fällt. Und während der Elefant Donald J. Trump durch die USA zieht und auf seinen Wahlveranstaltungen fleißig Minderheiten, Ärzte, Freunde und den Gegenkandidaten beschimpft, wächst das Schamgefühl der Amerikaner nun doch ein bisschen.

Zu viel ist dann doch zu viel. Denn anders als in anderen Ländern attackieren sich die Kandidaten gegenseitig mit so genannten „attack ads“ und dabei ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Sleepy Joe (Joe Biden) oder Pocahontas (Elisabeth Warren – ich suche noch immer nach Ähnlichkeiten) sind eher harmlose Namensgebungen des Präsidenten. Wer aber dazu aufruft die Gouverneurin von Michigan einzusperren und Michigan zu befreien, hat eindeutig zu viel Sprühbräune eingeatmet.

Die Aufregung der Amerikaner ist auf jeden Fall groß und schon vor den Debatten wird unsere Nachbarschaft mit Aufstellern versehen und wir werden mit Wahlwerbung unserer Vormieter bombardiert.

Mit einem Vorteil über die USA kann ich mit Sicherheit aufräumen: die Amerikaner sprechen und äußern sich sehr sehr gern über Politik. Die Spannung steigt und so aufgeregt wie in diesem Jahr habe ich unsere Nachbarn noch nie gesehen. All denen, denen ich begegne, sprechen mich auf die Wahl an und was ich denke, wie sie ausgeht. Wir werden sehen! Eins steht fest, nach der Wahl 2016 kann man nie wissen, wie es ausgeht. Denn nicht die Stimmen zählen, sondern die Anzahl der Wahlmänner zählt. Aufmerksam werde ich den 3. November verfolgen und meine „Follower“ detailliert über den Wahltag informieren. Seid gespannt!

P.S.: Hier gibt es keine Fake News!

Typisch Michigander Part I

Soweit ist es schon gekommen. Da hat mich so ein kleiner, aber hundsgemeiner Virus davon abgehalten meinen Blog zu schreiben. Alle folgenden Feiertage nach dem Valentinstag sind diesem zum Opfer gefallen. Kein Problem, wir sind ja noch eine Weile in den USA und so kann ich mich den ausgefallenen und noch ausfallenden Feiertagen auch im nächsten Jahr widmen, denn auch die kommenden Feiertage können leider nicht so wie gewohnt gefeiert werden. Zum Wohle der Menschheit bin ich natürlich gerne bereit auf Höhenfeuerwerk und Parade zu verzichten. So muss diese Lücke nun gefüllt werden und was bietet sich besser an, als über Gewohnheiten anderer Nationen zu berichten (zu lästern).

Teil eins der folgenden Blogreihe widmet sich einer sehr praktischen Angewohnheit der Michigander. Laut meiner Kinder wird die schon im Kindergartenalter antrainiert und in der Grundschule gefestigt, sodass auf die folgende Frage eine automatische Reaktion folgt.

Woher kommst du? Zack!!! Die rechte Hand schnellt ruckartig nach oben und mit der linken Hand wird dann auf der Handfläche präsentiert, wo genau der Wohnort liegt. Dazu muss man wissen, dass Michigan auf der Karte wie ein Fäustling oder eine Hand aussieht. Am Beispiel der Hand von Jacob sieht das dann wie folgt aus:

In diesem Fall zeigt der Zeigefinger unseren ungefähren Wohnort an. Detroit Metro Area! Zum Glück wohnen wir nicht in Florida. Mit ein bisschen Fantasie kann auch hier ein Körperteil zur Wohnortbestimmung genutzt werden. Ich überlasse es der Vorstellungskraft des Lesers die Karte der USA dahingehend zu analysieren.

So, das war Part I! Es warten noch mindestens 9 weitere Eigenschaften der Michigander auf euch. Seid gespannt!

Bis bald, bye bye eure Heinrichs

Love Letters (Liebesbriefe)

Sagenhafte 145 Millionen Karten tauschen die Amerikaner am Valentine‘s Day aus. Damit ist es nach Weihnachten der beliebteste Feiertag in den USA. Dies kann ich aus erster Hand bestätigen! Auch wenn die ältere Generation der Michigans behauptet, sie hätten mit dem ganzen Hype nichts zu tun. Aha? Und wer gibt dann, um den 14. Februar, 4,7 Milliarden Dollar für Schmuck aus? Die Jugend bestimmt nicht. Die tauscht fleißig Kärtchen und Tonnen an Süßigkeiten aus. Unser Jüngster bekam in diesem Jahr 28 Valentinskarten und genauso viele Süßies. Nicht dass jetzt jeder denkt er sei ein Casanova! Ne,Ne!

Das Valentines Tags Prozedere wird vom Klassenlehrer/In und den Mamis akribisch geplant und ausgeführt. Und so läuft das Ganze ab: 10 Tage vor dem 14.2. kommt die erste informative E-Mail zum Valentines Tag. In dieser wird festgelegt, dass wenn Valentineskarten und Süßigkeiten verschenkt werden möchten, dann bitte an JEDES Kind der Klasse. Ufffff. Waaaas??? 30 Karten? Niklas: „ich mag doch nur ein Mädchen?“ Also beschließen wir keine Karten auszutauschen.

5 Tage vor dem 14.2. – die PTO-Mamis (Parent-Teacher-Organization/Eltern-Lehrer-Organisation) melden sich. (Aus datenschutzrechtlichen Gründen werden ab jetzt fiktive Namen verwendet.) Amber weißt in ihrer E-Mail freundlich aber bestimmt darauf hin, dass ich mich im September des Vorjahres für die Hilfe bei der Valentine‘s Day Party in der Schule eingeschrieben habe. Ich solle doch auf diese Mail antworten und ihr mitteilen, was ich denn gedenke der Party beizutragen und ob ich an diesem Tag helfen möchte. Ich denke mir: Auweia! jetzt startet sie, die „wilde“ E-Mail Kommunikation der anderen Mamis. Von wegen! In den USA fühlt man sich wie ein Fuchs vor dem Kaninchenbau. Auf E-Mails oder Nachrichten antworten kann schon seine Zeit dauern. Und wenn keiner antwortet, wird einfach zugewiesen. Das klappt auch noch! So geduldig wie hier in den USA war ich noch NIE. Das Ergebnis sieht dann so aus: Peg kauft Cupcakes mit extra Frosting, Heather bringt Obst mit und Beth kümmert sich um die super wichtigen Juice Boxes (Capri-Sun). Ich entscheide mich für selbst gebackene Mini-Muffins. Soweit so gut!

14.2.2020 – Valentine’s Day. Ich habe fleißig gebacken und verziert und fahre mit den Jungs in die Schule. Stolz trage ich meine Muffins in die Klasse. Die 3 anderen Mamis sind schon da und starren auf mich und meinen Tupperbehälter. Ich frage mich, was soll das Gestarre? Dann fangen sie an zu tuscheln. Tja, was hatte ich falsch gemacht? Nachdem ich dann bei der Klassenlehrerin verpfiffen wurde, kommt eine freundliche Mami auf mich zu und weißt mich daraufhin, dass selbst gemachte Lebensmittel in der Schule verboten sind. Aaaaaaaaahhhhhhhh!!! NUSSALLERGIE! Meine Muffins könnten für einige Kinder in der Klasse tödlich sein, auch wenn gar keine Nussspuren drin sind. 35 Mini-Muffins fahren also wieder nach Hause.

Die Party beginnt. Jedes Kind (außer unseres) hat auf seinem Platz eine handgefertigte Box stehen. Niklas und ich gucken in die Röhre und fragen uns, warum?

Kurze Zeit später wissen wir warum. 30 Kinder laufen durch den Klassenraum und verteilen Valentines Geschenke an jeden Klassenkameraden. Niklas guckt mich an und erklärt mir ausdrucksstark, dass mir dieser Fehler doch bitte nie wieder passieren darf und er nächstes Jahr auch mitmachen möchte. Die Kinder sammeln alles in ihrer Box und futtern fleißig die Süßies.

Nachdem alle Geschenke verteilt wurden, gibt es die Cupcakes, das Obst und die Juice Boxes. Man muss sich ja schließlich stärken.

Voll gepumpt mit Zucker gibt es dann noch ein paar Spielchen und nach 2 Stunden ist das Spektakel vorbei. Völlig fertig treten wir den Heimweg an. Was mir früh garnicht aufgefallen war, sehe ich jetzt beim Warten auf Jacob vor seinem Klassenzimmer. Die komplette Schule ist mit gelben Post-its voll geklebt. An jedem Schrank klebt ein Spruch. Wow! Tolle Idee! Die Schülervertretung hat sich wirklich viel Mühe gemacht.

Auch wenn dieser Tag mittlerweile mehr mit Geldgeschäften zu tun hat und die Liebe in Dollar ausgedrückt wird, war es für die 4. und 5. Klassen ein wichtiger Tag. Ich habe leider kein $90 Schokoladenherz von meinem Mann bekommen. Aber jeder der mich kennt weiß, ich esse keine Schokolade. Ja gut, Alkoholpralinen mit der Piemont-Kirsche sind meine Leidenschaft. Die gibt es hier in den USA leider nicht. Care-Pakete sind jederzeit herzlich Willkommen. Da ich vor Weihnachten mehr als 1 Paket in die USA verfrachtet habe und dann auch noch Nachschub mit meinen Großeltern kam, endet mein Valentine’s Day mit einer eisgekühlten Praline und einer Liebeserklärung unserer Jungs an Mama und Papa.

Bye bye – bis zum nächsten Feiertag

Eure Heinrichs

Whaaaam!

Und schon wieder ist ein Jahr vorbei und aus jedem Lautsprecher dröhnt lautstark Last Christmas und All I want for Christmas. Mariah Carey bräuchte eigentlich nur einmal im Jahr auftreten und Weihnachtslieder singen und schon klingelt die Kasse. Denn schon ab Ende November (der Tag nach Thanksgiving) ist sie in den amerikanischen Billboard Charts wieder auf Platz 1. Dicht gefolgt von welcher Band??? Richtig! Wham mit George Michael. Die weihnachtliche Dauerbeschallung sorgt für den kontinuierlichen Anstieg der Weihnachtslaune und in den Supermärkten/Shops singen die Angestellten freudig mit. Ist dann ein gewisses Stimmungslevel erreicht, wird Phase 2 eingeleitet. 1. Advent: auf den Straßen ist die Hölle los, unsere Nachbarn wuseln im Garten und Familie Heinrich wundert rum. Ich schlappe rüber zu Larry und frage, was hier los ist. Larry antwortet lässig: „You will see! Put your sunglasses on!“ (Du wirst schon sehen! Setzt die Sonnenbrille auf)

Setzt die Sonnenbrille auf??? Punkt 19 Uhr ist mir klar, was er meint. Unsere Straße sieht plötzlich aus wie ein Rummel (Kirmes, Kerwe…).

Alex völlig begeistert, ordert erstmal eine Batterie an Außenlichterketten. Ich fühle mich sofort wie Ellen Griswold in „Schöne Bescherung „. Das Battle um die beste Weihnachtsbeleuchtung hat begonnen. Alex stellt ganz schnell fest, dass unsere Nachbarn wohl mehr als 2000 Lichter installiert haben und kapituliert; „vorerst“. Nächstes Weihnachten wird aufgerüstet. Frosti muss her! Ebenfalls am 1. Advent, stellen die Amerikaner ihren Weihnachtsbaum auf und auch hier gilt: viel hilft viel! Da spielt es dann keine Rolle, ob der Baum echt oder unecht ist.

Die Preise für einen Weihnachtsbaum fangen ab 60$ and und steigern sich ins Utopische. Wer einen Plastikbaum mit vorinstallierter Lichterkette (300 Lichter) erwerben möchte, zahlt ab 299$. Kugeln (ebenfalls Plastik) sind hier auch „günstig“ und so schafft man es locker einen Baum für 500$ in der Bude stehen zu haben. ABER: da die Garage aber genügend Stauraum bietet (Garagen werden hier eher selten für Autos genutzt), kann der geschmückte Baum einfach á la Luther Krank in die Garage abgeschoben werden. Unsere ECHTE kanadische Tanne war 2,50 groß und die schönste Tanne, die wir je hatten. Preis mit Steuern 65$. Aber seht selbst.

Alex hat das Schmuckstück mit 500 Lichtern versehen und die Kinder haben geschmückt. (Im Frühjahr wird das gute Teil dann traditionell verbrannt.) Very amerikanisch hängen wir natürlich auch Socken über den Kamin, welcher leider nur „Fake“ ist und so aussieht, als könne man auf Aquarium umschalten.

Eigentlich hatten wir in Familie beschlossen uns ganz auf die amerikanischen Weihnachtsrituale einzulassen, jedoch machte der Nikolaus uns einen Strich durch die Rechnung. Die Version für die Kinder, warum er nun doch da war ist folgende: in der Region Detroit gibt es eine sehr große polnische Gemeinde und der Stadtteil Hamtramck wird als „Poletown“ bezeichnet. Da den Polen der Nikolaus sehr wichtig ist, kommt er extra nach Detroit. Und durch Zufall war er auch bei uns. Ufffff, nochmal alles gut gegangen. Ab jetzt gibt es keine Abweichungen mehr von den amerikanischen Traditionen. Was bedeutet, wir sitzen aufgehübscht am Heiligabend in der Kirche „Kirk in the Hills“ und lauschen der evangelischen Mitternachtsmesse. Eingeladen hatten uns unsere Lieblingsnachbarn Larry und John. Die Kinder und ich singen fleißig mit, da es deutsche Weihnachtslieder sind, nur ins Englische übersetzt. Wieder zu Hause beginnen unsere Jungs mit dem Aufbau ihrer Überwachungsanlage. Sie haben sich in den Kopf gesetzt den Weihnachtsmann auf frischer Tat zu ertappen. Zum Glück haben sie noch keinen Schimmer, dass es mittlerweile diverse Apps gibt, die dabei helfen den Weihnachtsmann zu finden. So bauen die beiden fleißig Papas Smartphone zwischen 2 Baseballkappen auf und starten Time-Lapse. Nachdem die Jungs im Bett verschwunden waren, sitzen Alex und ich auf dem Sofa und warten auf den Weihnachtsmann. Endlich 1. Weihnachtsfeiertag! Wir schmeißen uns in Crazy-Santa-Pullover und los gehts: Geschenke auspacken.

Nach dem Auspacken wird das Video analysiert. Leider war der Weihnachtsmann so schnell, dass nur ein Schatten vom ihm zu sehen ist. Ich schätze, er war sauer, da wir vergessen hatten ihm Kekse und Milch, in die eigens dafür produzierten Santa-Teller und Tasse, hinzustellen. Shame on us! Fazit: große Unterschiede in den Weihnachtstraditionen zwischen Deutschland und den USA gibt es nicht. Hier ist nur alles süßer und bunter und Weihnachten endet am 25.12., denn einen 2. Weihnachtsfeiertag gibt es hier nicht. Und so freuen wir uns auf das nächste Weihnachtsfest in den USA. Bis dahin gibt es noch einige typisch amerikanische Feiertage und eine amerikanische Hochzeit.

Bis bald. Bye bye Eure Heinrichs

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt

„Mein Auto hat heute frei.“ Dies wird hier in den USA leider niemals eintreten. Seid März haben wir 12000 Meilen (rund 20000 km) auf die Uhr gefahren und so manches Mal vermisse ich die Fahrradtouren zu Aldi mit meinen Jungs. Jedoch würde ich dann eine Sache mit Sicherheit verpassen. Die verrückten Nummernschilder der Michigans. Bis heute war mich nicht klar, was man mit Nummernschildern alles zum Ausdruck bringen kann. Wahnsinn! 1903 führte Michigan erstmals Nummernschilder ein. Hundert Jahre später bekamen die Michigans mit der Aktion „Plate it your way“ die Möglichkeit personalisierte Wunschkennzeichen online zu kreieren. Die Fantasie der Michigans ist überragend. Und so kann ich Tag ein Tag aus, ob ich will oder nicht, beim Auto fahren JEOPARDY! spielen. Kinofilme für 1000

Die Michigans sind „very creative“ und so manches Mal schwer verliebt in ihr eigenes Auto.

Ohne Worte!!!

In den USA ist es in allen Bundesstaaten möglich personalisierte Nummernschilder anzumelden. In Virginia gibt es die meisten Anmeldungen und Texas die wenigsten. Die Automotive Industrie sorgt dafür, dass unsere Detroit Metro Area wunderbar Multi-Kulti ist. Menschen aus aller Welt bringen eine wunderbare Atmosphäre in unsere Region und tolle Nummernschilder.

Jeden Tag sehen wir neue und verrückte Schilder, die uns im Auto zum Lachen bringen und so manches Mal auch nur den Kopf schütteln lassen.

Und so verabschiede ich mich bis zum Weihnachtsblog mit folgenden Worten:

Bye bye bis bald Eure Heinrichs

Boootiful – zum Gruseln schön

Trick-or-treating, Caramel Äpfel, verrückte Kostüme und Häuser präpariert, wie in Horrorfilmen. Das ist Halloween in den USA. Die Erwartungen und Aufregung war groß bei uns, denn schon 4 Wochen vor dem eigentlichen Tag war Ausnahmezustand in Michigan. Es wurden extra Shops eröffnet in denen man ausschließlich Kostüme und Dekoration kaufen konnte. Wir hatten riesen Spaß beim Ausprobieren der verschiedenen Masken und Accessoires.

Die Regale in den Supermärkten wurden mit Tonnen von Süßigkeiten aufgefüllt und es gibt spezielle Halloweenversionen unserer Cornflakes.

Das Halloweengeschäft ist wie eine riesige Gelddruckmaschine; es gibt aber auch geniale Sachen. Das Dekorationsfieber hatte auch uns voll erwischt. Alex war zuständig für die Beleuchtung, ich lies die Spinnen ihre Arbeit machen und die Jungs produzierten fleißig Halloween Kekse.

Nächstes Jahr steigen wir dann in den Olymp der „Deko-Queens“ auf, denn nachdem wir in der kleinen Stadt Romeo auf der Tillson Street waren, sind wir uns einig: das brauchen wir auch! Aber seht selbst.

Seit ca. 50 Jahren kämpfen rund 32 Häuser auf der Tillson Street um die gruseligste Dekoration. Es ist absolut beeindruckend zu sehen, mit welcher Begeisterung und Professionalität die Vorgärten hergerichtet werden. Das Killer-Clown Haus umgehen wir weitläufig, denn schon von weitem ist der übergroße „ES“ von Stephen King zu sehen. Am 31.10. ist es soweit – Trick-or-Treat steht an. Das Wetter an Halloween ist atemberaubend – 2 Grad, Dauerregen, Wind und Matsch in allen Gassen. Natürlich lassen sich unsere Süßigkeiten süchtige Kinder nicht davon abbringen los zu ziehen. Also: Schminke ins Gesicht, rein ins Kostüm und los.

Wir schaffen genau 10 Häuser in unserer Straße. Durchgefroren sammelt der Papa uns mit dem Auto wieder ein. Die Beute allerdings ließ sich sehen. Nur leider stehen 3/4 des amerikanischen Süßkrams nicht auf dem Speiseplan unserer Kinder. (Es folgt ein extra Blog zu amerikanischen Süßigkeiten). Kein Problem, auf Papas Arbeit (Geschäft für die schwäbischen Leser) arbeiteten verfressene Ingenieurs-Raupen. Im Übrigen gibt es in diesem Fall keinen Unterschied zw. Deutschland und den USA. Diese Spezies gibt es auf der ganzen Welt. Fazit: Genial! Nächstes Jahr muss dann auch mein Mann ein Kostüm tragen, denn es lebt sich ruhiger, wenn man im Büro als unverkleideter nicht immer angestarrt werden will.

VW Büro

Sodann! Nächster wichtiger amerikanischer Feiertag: Thanksgiving (Erntedank) steht vor der Tür. Auch hier wird es wieder einen ausführlichen Bericht geben.

Bis dahin, bye bye eure Heinrichs

Supersize me and my Einkaufswagen Part II

Man mag es kaum glauben, aber da ist er: der samstägliche Wochenmarkt von May bis Oktober.

Klein, aber fein! Und alles was man zum täglichen Leben braucht. Frisches Obst, Gemüse, Fisch, Blumen und viele kleine Stände mit selbst gemachten Produkten.

Cookies, Gnocchis mit Tomatensauce, türkische Fladen, Tee, Marmeladen etc.. Und wer jetzt denkt, dass da große Verkaufswagen mit Kühlung stehen, der hat sich geschnitten. Muttis Minivan wird mal fix zum Verkaufsauto umfunktioniert und die Kühltruhe, die bei uns in Deutschland im Keller steht, in den Minivan verfrachtet. Und so besteht der Farmersmarkt zum Großteil aus Do it yourself Ständchen.

Das große Geschäft aber machen Mommy and Bob (Fake Namen). Sie verkaufen Dahliensträuße in verschiedenen Größen – Preis für eine Dahlie 2,50$.

Nachdem wir gefühlt den Markt komplett gekauft hatten, schwirrt in meinem Kopf tatsächlich die Idee herum selbst einen kleinen Stand zu eröffnen.

Mal gucken…

Bis dahin bin ich weiter mit der Analyse der Michigans beschäftigt. Und wer etwas bestimmtes wissen möchte, immer her mit den Fragen.

Bye, bye, bis bald Eure Heinrichs