Ta,ta! Endlich Zeit sich meinem Lieblingsthema zu widmen. Da dieses Thema akribische Recherche verlangte, ist die Zeitspanne vom letzten Blog zu diesem doch recht groß. Aber, das warten hat sich gelohnt. Hier nun die Auswertung der gesammelten Fakten: Detroit Area erfüllt das Klischee der Pick-up-fahrenden Amerikaner zu 100%. Die vielen ansässigen Automobilhersteller und die daraus resultierende große Menge an „Richie richs“ sorgen für eine abwechslungsreiche Mischung an Autotypen- und marken. In anderen Bundesstaaten Bsp.: Kentucky findet man mehr japanische Marken. Folgende Einteilung haben mein Sohn und ich erstellt (sortiert nach Anzahl, beginnend mit den Meisten)
- SUV’s und Van’s
- Monster Trucks und Pickups
- Nobelkarosse
- Schrotthaufen
- Europäische und asiatische Mittelklassewagen
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99. Elektroautos
Platz 1: Nirgendwo in den USA werden so viele SUV’s verkauft, wie in der Detroit Area. Beliebteste Karre: Ford Escape. Liegt aber daran, dass Ford aus Detroit kommt und der größte Arbeitgeber der Region ist. Nichts gegen Ford, aber meine Devise seit meiner Fahrschulzeit (Ford Escort) : „Fährste mit nem Ford fort, kommste mit der Bahn zurück.“ Sorry, aber der einzig wahre Ford ist dieses Schätzchen.

Mustang Shelby GT Bj. 1969
Das beliebteste Mutti-Auto in unserer Region ist der Cadillac Escalade. Schwarz, komplett verdunkelte Scheiben und ne Blondine in Leggings und Aviator-Sonnenbrille. Ich fühle mich ein bisschen wie bei den Desperate Housewife’s. Leggings trage ich mittlerweile auch, nur leider steht mir die Art von Sonnenbrille so gar nicht.
Platz 2: Wer in Deutschland einen Monster Truck sehen möchte, muss sich zu Shows begeben, die man gerne mal auf dem Parkplatz eines Möbelhauses findet. Auch hier stehen Monster Trucks auf dem Parkplatz, jedoch nicht zu Showzwecken, sondern weil man sie hier ganz legal auf der Straße fahren kann.

Und wie bei vielen Dingen „Made in USA“ war auch bei den Pickups der Erfindergedanke erstmal die gewerbliche Nutzung , bis dann in den 1950igern der In-Gedanke entstand.
Platz 3: „Wow, OMG, krasse Karre, Mega, will ich auch haben“ sind die Worte, die in unserem VW Tiguan seit gut 3 Wochen jeden Tag fallen, wenn wir durch unseren Ort fahren. Es ist als hätte sich Bloomfield Hills in „Little Monaco“ verwandelt, nur ohne Formel 1. Ferrari, Lamborghini, Bentley, Pagani, Aston Martin, Königsegg, McLaren, Porsche und so mancher Oldtimer, der bei uns im Museum steht, werden hier unter dem Motto: sehen und gesehen werden, gefahren.

ABER!!! Mein heimlicher Favorit ist Platz 4: und wieder: Oh mein Gott!!! So etwas habe ich wirklich noch nie erlebt, nicht mal in Polen. Den Begriff „schrottreif“ kennen die Amerikaner garnicht. Warum auch??? Hauptsache das Auto fährt und außerdem gibt es ja Panzertape, Klebeband und Spanngummis.



Und solche Schätzchen werden für viel Geld noch verkauft. EIGENTLICH gibt es auch in Michigan eine gesetzliche Regelung in welchem Zustand ein Auto sicher auf der Straße fahren darf. EIGENTLICH. Da der Michigan Vehicle Code von 1949, 300 Seiten in gefühlter Schriftgröße 6 groß ist, haben die Amis ihre eigene Lösung gefunden. Man stelle sich folgende Fragen.
Can I drive my car after an accident? 5 questions to answer ‚yes‘ to before driving your car after an accident.
- Are your headlights and tail lights functioning properly?
- Are there any leaking liquids?
- Are your wheels properly aligned?
- Is your hood able to buckle and lock closed?
Are your side mirrors intact?
Kann nur eine Frage nicht mit „ja“ beantwortet werden, sollte man nicht fahren. Können alle alle 5 Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, kommt nun die persönliche Entscheidung: fahre ich noch oder nicht? Und wie entscheiden wohl die meisten Amis?

So!!! Oder so! Sie fahren. Und wie…

Platz 5: Diesen Platz teilen sich BMW, Daimler, VW und eine breite Palette an asiatischen Modellen. Und irgendwie wird auch hier das deutsche Klischee (oder meines) erfüllt: Daimler fahren hier die alten Mamis and Daddys, BMW die arabisch-stämmigen Männer und VW, insbesondere ihr heiß geliebter Jetta, die Jugend. „Better Getta Jetta“! Anders als in Deutschland, wo der Jetta immer noch mit behäkelten Klorollen auf der Hutablage verbunden wird, ist der Jetta in den USA ein absoluter Bestseller. Und wenn das junge Gemüse keinen VW fährt, dann ist es ein Subaru Impreza WRX. So ein Rallye Wagen ist natürlich sagenhaft gut geeignet für die Straßen in Michigan.
Platz 99: Wer Elektroautos sehen möchte, muss nach Californian fahren. In Michigan ist diese Autospezies so selten, wie eine Krankenschwester auf ner Simson Schwalbe. Aber den einen oder anderen Tesla oder Chevy Volt sieht man doch. Im Schneckentempo auf der Interstate, auf der Suche nach einer Ladestation.
Und weil die Suche nach Ladestationen so belastend für die Amis ist und die Gallone (3,87 L) Benzin nur 2,50$ kostet, hat man Freitag Abend so richtig Nordschleifenfeeling auf der Woodward Avenue in Birmingham.

Abschließend noch ein bisschen Patriotismus – im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kann man seine Fahnenstange schon mal mit sich rumfahren.

Bye, Bye! Bis bald. Eure Heinrichs















































